SPD-Kreistagsfraktion unterstützt Ausweitung der Ärzteförderung – fordert aber langfristige Strategie

Veröffentlicht am 12.06.2026 in Fraktion

SPD-Kreistagsfraktion unterstützt Ausweitung der Ärzteförderung – fordert aber langfristige Strategie

Die SPD-Kreistagsfraktion hat in der Sitzung des Westerwälder Kreistages der Verlängerung und Erweiterung der Richtlinie zur Förderung der Niederlassung von Ärztinnen und Ärzten zugestimmt. Fraktionsvorsitzender Thomas Mockenhaupt begrüßte, dass der Westerwaldkreis aktiv an Lösungen für die Sicherstellung der medizinischen Versorgung arbeitet.

„Es ist richtig, dass der Kreis handelt und nicht darauf wartet, dass andere die Probleme lösen. Die Gesundheitsversorgung ist eine der größten Herausforderungen der kommenden Jahre“, erklärte Mockenhaupt in der Debatte.

Gleichzeitig warb die SPD dafür, die Bemühungen zur Ärztegewinnung möglichst zentral auf Kreisebene zu bündeln. Es müsse verhindert werden, dass Verbandsgemeinden und Ortsgemeinden untereinander in einen kostspieligen Wettbewerb um Ärztinnen und Ärzte eintreten.

„Der Wettbewerb findet nicht zwischen Montabaur, Hachenburg oder Westerburg statt. Unser gemeinsamer Konkurrent ist der Ärztemangel. Deshalb brauchen wir eine kreisweite Strategie statt eines Überbietungswettbewerbs innerhalb des Westerwaldes“, so Mockenhaupt.

Kritisch hinterfragte die SPD die vorgesehene Auszahlung der erhöhten Sonderbedarfsförderung über einen Zeitraum von zehn Jahren. Gerade zu Beginn einer Niederlassung entstünden die höchsten Investitionskosten für Räumlichkeiten, Ausstattung und Personal.

„Wir sollten offen diskutieren, ob eine stärkere Förderung zu Beginn einer Niederlassung nicht wirksamer wäre als eine langjährige Ratenzahlung. Entscheidend ist, dass die Förderung tatsächlich einen Anreiz schafft und nicht lediglich einen Mitnahmeeffekt erzeugt“, sagte der Fraktionsvorsitzende.

Trotz dieser Anmerkungen signalisierte die SPD ihre Unterstützung für die Vorlage. „Wir werden allen Vorschlägen zustimmen, die geeignet sein können, die medizinische Versorgung im Westerwald zu verbessern oder ihr zumindest nicht zu schaden“, betonte Mockenhaupt.

Zugleich erinnerte die SPD-Kreistagsfraktion an ihre eigenen gesundheitspolitischen Vorschläge. Insbesondere ein Ärztestipendium für Medizinstudierende sei aus Sicht der Sozialdemokraten ein wirksamer Ansatz, um langfristig mehr Ärztinnen und Ärzte für den Westerwald zu gewinnen.

„Die Kosten eines solchen Programms wären überschaubar und würden sich kaum von den jetzt zusätzlich vorgesehenen Fördermitteln unterscheiden. Der Unterschied ist aber, dass wir damit dauerhaft junge Medizinerinnen und Mediziner an unsere Region binden könnten. Deshalb lohnt es sich, die Vorschläge der SPD Westerwald noch einmal neu zu betrachten“, so Mockenhaupt abschließend.

 
 

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