SPD-Antrag: Kulturangebot ist Standortfaktor

Veröffentlicht am 17.07.2012 in Fraktion

Kultur und Bildung werden in den ländlichen Regionen als sogenannte "weiche" Standortfaktoren für die Ansiedlung von Unternehmen und ihren Mitarbeitern gesehen. In Zeiten fehlender Fachkräfte gewinnt ein Kulturangebot an Bedeutung, denn niemand will zu einem guten Konzert oder einer Kabarettaufführung stundenlange Anfahrtswege durch die Wäller Nacht in Kauf nehmen. Die überwiegend ehrenamtliche Kulturarbeit braucht Unterstützung.
Westerwaldkreis. Erstmals haben sich der Wirtschaftsausschuss und der Kreisausschuss des Kreistages des Westerwaldkreises auf Antrag der SPD-Fraktion in einer gemeinsamen Sitzung mit der Bedeutung der Kultur als weichem Standortfaktor für die Westerwälder Wirtschaft beschäftigt. Es wurde beschlossen, dass die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) des Westerwaldkreises in geeigneter Form für die Partnerschaft zwischen Kultur und Wirtschaft werben soll.

(Quelle: www.ww-kurier.de)

Nach Ansicht der Kleinkunstbühne Mons Tabor e.V. ist dies ein richtiger Schritt, da die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Kultur in der Region noch stark ausbaufähig ist. Dies, obwohl nicht nur die Landespolitik, sondern auch viele heimische Kommunalpolitiker die Bedeutung des Kulturangebotes für die wirtschaftliche Entwicklung einer Region längst erkannt haben. Trotzdem hinkt die Realität in der Region doch weit hinter den sich bietenden Möglichkeiten zurück.

„Die Wirtschaft profitiert stark von einem hochwertigen Kulturangebot im Westerwald, also muss diese auch kulturelle Veranstaltungen und Initiativen mehr unterstützen“, so der Vorsitzende der Kleinkunstbühne und Kreistagsmitglied Uli Schmidt (Horbach). Dies gelte auch für die vielen leistungsfähigen Musik-, Theater- und Gesangvereine in der Region.

In der genannten Sitzung im Kreishaus stellte Dr. Stephan Krempel (CDU) fest, die Kultur sei zweifelsohne eine wichtiger Standortfaktor, bei dem vordergründig die Wirtschaft gefragt sei. Hans-Jürgen Heene (SPD) äußerte die Erwartung, der Kreis müsse in der Öffentlichkeit für die Bedeutung der Kultur als Standortfaktor werben. Allein der Bürgermeister der VG Montabaur, Edmund Schaaf (CDU), verwehrte dem Antrag als einziger die Zustimmung, da nach seiner Ansicht der Kreis hier nicht zuständig sei.

Nach Ansicht der Kleinkunstbühne Mons Tabor hat der Kreis hier sehr wohl eine wichtige unterstützende Funktion. Zwischen Lahn und Sieg wäre das Klima zudem für neue Unternehmensgründungen schlechter, wenn das Angebot von Kunst und Kultur in unserer ländlichen Region zwischen den Ballungsgebieten in den zurückliegenden 20 Jahren nicht einen eigenständigen und vielseitigen Charakter entwickelt hätte.

In einer vielbeachteten Studie hatte die DIHK auf die wachsende Bedeutung des Standortfaktors Kultur hingewiesen. Als mögliche Folge wurden die Dialoge zwischen Wirtschaft und Kultur inzwischen immer häufiger und intensiver geführt. Zumindest einige Westerwälder Unternehmen leisten heute als Kultursponsoren und Mäzene einen nicht mehr wegzudenkenden Beitrag zur kulturellen Vielfalt.
„Allerdings muss das im Westerwald noch intensiviert werden, müssen Wirtschaft und Kultur stärker ins Gespräch kommen“, fordert Uli Schmidt. Daraus könne sich eine gewinnbringende Investition für Unternehmensimage und Unternehmensidentität ergeben.

Viele Wirtschaftsverbände und -kammern forcieren laut der erwähnten DIHK-Studie ihr Engagement für die Kulturarbeit in den Regionen aus gutem Grund: Arbeitsplatz- und Standortwechsel werden in Zeiten fehlender Fachkräfte zunehmend auch unter dem Blickwinkel getroffen, welche kulturellen Angebote vor Ort anzutreffen sind und welche Möglichkeiten der Entfaltung eine aktive und passive Kulturteilnahme in einer Region bietet. Auch für die Tourismuspolitik wird der Ausbau der Kulturszene in den Regionen zu einem zentralen Anliegen.

Für die Kleinkunstbühne Mons Tabor, die mit bekannten Veranstaltungen wie „Musik in alten Dorfkirchen“, dem Festival „Folk & Fools“ und der „Westerwälder Kabarettnacht“ den Standortfaktor Kultur im Kreis bereits seit 24 Jahren stärkt, sind die wirtschaftlichen Potenziale der heimischen Kulturpolitik bei weitem noch nicht ausgeschöpft.
Die gemeinnützigen Kulturaktivisten hoffen darauf, mit Hilfe der regionalen Wirtschaft, den Kommunen und vielen Kulturorganisationen den Prozess der Kulturförderung auch in Zukunft konstruktiv mitgestalten zu können.

 
 

Homepage SPD Westerwald - Die Partei für die Menschen unserer Heimat

Aktuelles aus der Heimat

Aus aller Welt

30.03.2026 18:07 Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken
Eine verlängerte Nutzung von Kohlekraftwerken nach 2038 wäre weder notwendig noch sinnvoll Die Erneuerbaren sind die sauberste, sicherste und kostengünstigste Form der Erzeugung.  Es bedarf allerdings nun auch des entschlossenen Willens der Koalition und der federführenden Bundeswirtschaftsministerin, die gesetzlichen Hebel weiter auf eine systemische Umstellung zur Nutzung Erneuerbarer Energien zu stellen. „Eine verlängerte Nutzung von… Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken weiterlesen

25.03.2026 17:51 Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm
67 Maßnahmen, sieben Ministerien, ein Klimaschutzprogramm Die aktuelle Weltlage mit Konflikten, die sich massiv auf unsere Energieversorgung auswirken, zeigt eindeutig: Wir müssen schnell unabhängig von fossilen Energieträgern werden. Das heute von Bundesumweltminister Carsten Schneider vorgelegte Klimaschutzprogramm zeigt einen fairen Weg zur Erreichung der Klimaziele 2030 sowie für mehr Versorgungssicherheit auf. „Dieses Klimaschutzprogramm ist für die… Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm weiterlesen

25.03.2026 17:50 Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts
Ich begrüße die Impulse von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil ausdrücklich. Deutschland steht an einem Wendepunkt. Wir brauchen ein neues Wirtschaftsmodell: eines, das konsequent auf Innovation setzt, technologische Führerschaft ermöglicht und zugleich dafür sorgt, dass Wohlstand in der Breite der Gesellschaft ankommt. „Innovation und Gerechtigkeit sind die Grundlage für nachhaltiges Wachstum und breiten Wohlstand in Deutschland. Deshalb… Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts weiterlesen

11.02.2026 21:41 Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz
Barrierefreiheit nützt uns allen Die Bundesregierung treibt die Barrierefreiheit voran: Das Kabinett hat am Mittwoch eine Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes auf den Weg gebracht. SPD-Fraktionsvizin Dagmar Schmidt spricht von einem wichtigen Schritt. „Der Gesetzentwurf zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes bedeutet einen wichtigen Schritt hin zu einer inklusiveren Gesellschaft. Er stärkt die Rechte von Menschen mit Behinderungen und… Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz weiterlesen

11.02.2026 21:39 Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus
Rekord im Tourismus – Strategie, gute Arbeit und verlässliche Politik zahlen sich aus Stefan Zierke, tourismuspolitischer Sprecher: Der Deutschlandtourismus erreicht mit 497,5 Millionen Gästeübernachtungen einen neuen Rekord. Klare Strategie, engagierte Beschäftigte und verlässliche Politik sorgen für Wachstum, stärken die Betriebe und sichern gute Arbeit – für einen wirtschaftlich starken, sozial gerechten und nachhaltigen Tourismus in allen… Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus weiterlesen

Ein Service von websozis.info