Aus der "Westerwälder Zeitung": Dreyer bewältigt lächelnd den Westerwald

Veröffentlicht am 13.05.2014 in Aktuell

Politik Ministerpräsidentin leistet heimischen Genossen Schützenhilfe für die Wahl und begleitet Kultursommer-Eröffnung

Von unserem Redaktionsleiter Markus Müller

Mit wenigen Minuten Verspätung kommt Malu Dreyer am frühen Nachmittag in der Stadthalle Bad Marienberg zum Wahlkampftermin der SPD an. Doch ihre Erklärung für die Verzögerung ist plausibel: In Westerburg hatte die Ministerpräsidentin nicht nur einen kurzen Boxenstopp am Wahlkampfstand der Genossen dort eingelegt, sondern hatte gleich noch ein kurzes Gespräch zum Thema Steigerung der Lebensqualität in kleinen Städten und ländlichen Regionen geführt.

Das Thema Entwicklung der Dörfer und Städte greift sie auch in der Kurstadt direkt auf, zumal ihr ehemaliger Kabinettskollege und Westerwälder SPD-Vorsitzende Hendrik Hering schon bei der Begrüßung deutlich gemacht hatte, dass die SPD bei der Sonntagsöffnung des Fashion Outlet Centers in Montabaur gegen eine Bevorzugung ist

Sie macht deutlich, dass sie und ihre Partei alles dafür tun werden, dass nicht immer mehr Gemeinden bald ohne Metzger, Bäcker oder Lebensmittelladen dastehen. Damit so etwas nicht passiere, müssten die Kommunalpolitiker immer in Verbindung mit den heimischen Unternehmen stehen. „Gerade Kommunalpolitiker müssen sich persönlich um die Wirtschaft kümmern“, fordert sie und verspricht, das ebenfalls zu tun. Man nimmt es ihr ab.

Für zwei weitere Themen erhält sie später noch viel Applaus: die Förderung der Bildung von der Kindertagesstätte an und das Bewältigen der demografischen Herausforderung der demnächst doch sehr vielen alten Menschen. Anhand von Beispielen aus anderen Landesteilen zeigt sie auf, was da alles möglich ist. Bevor sie noch eine Lanze für das Thema Europa bricht, greift sie auch das aktuelle Bad Marienberger Streitthema Windkraft auf: „Es gibt in allen Landesteilen Befürworter und Gegner. Aber wir müssen die große Herausforderung der Energiewende auch auf kommunaler Ebene aushandeln.“ Dazu gehöre, die unterschiedlichen Positionen respektvoll und friedlich auszutauschen, um ein gutes Ergebnis aushandeln zu können.

Bevor sich Dreyer unter die mehr als 100 Gäste – „Schon so viele Leute zu dieser ungewöhnlichen Uhrzeit!“ – mischt, zeichnet sie noch mit Begeisterung drei langjährige Parteigenossen aus. Eigentlich lächelt sie ja fast ständig. Doch ihre professionelle gute Laune wird schnell sehr persönlich und warmherzig, wenn sie sich mit den Menschen unterhält. Und diese freuen sich natürlich über eine so unkomplizierte Landeschefin.

Wer jetzt erwartet, die Ministerpräsidentin lege nach ihrem Auftritt in Bad Marienberg bis zur Eröffnung des Kultursommers Rheinland-Pfalz am frühen Abend in Hachenburg eine Pause sein, täuscht sich: Bei einer Visite im katholischen Jugendheim in Wissen im Nachbarkreis unterstützt Malu Dreyer den dortigen Stadtbürgermeisterkandidaten Thorsten Wehner und die Altenkirchener Kreis-SPD im Kommunalwahlkampf.

Zeit für eine Pause bleibt ihr danach nicht: Schließlich warten die offizielle Eröffnung des Kultursommers Rheinland-Pfalz (die WZ berichtete) und damit weitere Prominenz sowie Hunderte von Gästen in der Westerwald Bank in Hachenburg auf sie. Auch hier macht ihr der Auftritt sichtlich Spaß, und sie genießt lachend das Interview durch Kabarettistin Martina Brandl.

Unglaublich: Wenig später ist die Landesmutter – Kann man sie eigentlich wirklich so bezeichnen? – schon wieder auf dem Weg zur Bühne auf dem Alten Markt – dieses Mal wird sie allerdings im Rollstuhl gefahren. Sie lässt es sich jedoch einfach nicht nehmen, den Konzertabend von Judith Holofernes gemeinsam mit ihrer Kabinettskollegin, Kultusministerin Doris Ahnen, und dem Ersten Stadtbeigeordneten Charly Röttig persönlich zu eröffnen. Davon können sie auch der erneut einsetzende Regen und der jetzt tatsächlich mal kalte Wäller Wind nicht abhalten.

 
 

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