Immer mehr Menschen im Westerwald werden an den Rand gedrängt

Veröffentlicht am 31.12.2010 in Sozialpolitik

Der Kreisverband Westerwald des Sozialverbandes VdK und das von der SPD-Kreistagsfraktion initiierte Forum Soziale Gerechtigkeit treten weitgehend für die gleichen Ziele ein. Sie setzen sich für diejenigen in unserer Gesellschaft ein, die zunehmend an den Rand gedrängt werden: die Arbeitslosen, Alten, chronisch Kranken und Menschen mit Behinderungen. Jetzt wollen beide Organisationen auch bei passenden Gelegenheiten gemeinsam aktiv werden. Dies war das Ergebnis eines Gedankenaustausches in der VdK-Kreisgeschäftsstelle in Montabaur.

VdK-Kreisvorsitzender Walter Frohneberg konnte erfreut mitteilen, dass sein Verband in diesem Jahr erstmals die Grenze von 9.000 Mitgliedern überschritten hat und in fast 3.000 Fällen für diese beratend tätig werden konnte. Daneben sei der Verband bei vielen aktuellen sozialpolitischen Themen aktiv. So wehre man sich energisch gegen ein Sparen auf dem Rücken der Schwächsten. Als Beispiel nannte er die Absenkung des Hartz IV-Regelsatzes für erwachsene behinderte Menschen, die im Haushalt ihrer Eltern oder in Wohngemeinschaften leben. „Das Ziel“, so Frohneberg, „Menschen mit Behinderungen auch im Westerwald ein selbstbestimmteres Leben zu ermöglichen, wird damit sicher nicht gefördert“.

Der Sprecher des Forums Soziale Gerechtigkeit, Uli Schmidt, sprach die steigenden Mobilitätsbedürfnisse älterer Menschen in unserer ländlichen Region an. Bei einer älter werdenden Gesellschaft müssten sich Kreis und Gemeinden darauf einstellen. „Die Gewährleistung einer kostengünstigen, sicheren und umweltfreundlichen Mobilität hat künftig für Senioren einen hohen Stellenwert“, so Schmidt. Als sozialpolitischer Sprecher der SPD-Kreistagsfraktion kündigte er einen Antrag seiner Fraktion zur Erarbeitung einer seniorenpolitischen Konzeption für die nächste Kreistagssitzung an. Darin soll auch die Mobilität aufgegriffen werden.

Alle Gesprächsteilnehmer stimmten darin überein, dass die Einführung eines Nahverkehrs-Seniorentickets auch im Westerwaldkreis im Rahmen des Verkehrsverbundes-Rhein-Mosel (VRM) wichtig ist. Voraussetzung dafür ist der Beitritt des Kreises zum VRM-Gemeinschaftstarif. Zu Hoffnungen berechtigt auch das landesweit in Form einer Integrationsfirma initiierte Projekt „VdK-Mobil“, das künftig für Mitglieder einen Beförderungs- und Unterstützungsservice anbietet.

Angesprochen wurde auch das Thema pflegerische Versorgung im Kreis. VdK-Kreisgeschäftsführerin Jutta Schughart vertrat die Auffassung, dass Pflegemängel in ambulanter und stationärer Pflege nicht hingenommen werden dürfen. Die Situation werde nicht einfacher, da bereits heute im Westerwald die Pflegeinrichtungen im Wettbewerb um die knapper werdenden Fachkräfte stünden.

VdK und Sozialforum wollen verstärkt für einen Westerwald ohne unnötige Barrieren eintreten. Walter Frohneberg berichtete über seine Erfahrungen als Berater für barrierefreies Bauen bei geplanten und ausgeführten Vorhaben zahlreicher Westerwälder Gemeinden. Das Wissen soll künftig beim neu gegründeten „Institut für Barrierefreiheit und Leistsystemplanung“ (IBL) des VdK-Landesverbandes gebündelt werden. Auch dieses neue Projekt läuft als Integrationsfirma mit einem hohen Anteil behinderter Mitarbeiter- sozusagen als Anwälte in eigener Sache. Vereinbart wurde gemeinsam zu einer Informationsveranstaltung zum Thema „Barrierefreier Westerwald“ einzuladen. Diese wird am Donnerstag, 20.1.2011 um 18.00 Uhr im Seniorenzentrum St. Josef in Dernbach stattfinden.

 
 

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