Bahn-Privatisierung

Veröffentlicht am 01.08.2007 in Landespolitik

Hering: Rheinland-Pfalz setzt auf Nachbesserungen

Der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Hendrik Hering ist zuversichtlich, dass sich die Länder auf der morgigen Sonder-Verkehrsministerkonferenz zur Teilprivatisierung der Bahn in Berlin auf Änderungen am Gesetzentwurf verständigen werden. „Der jetzt vorgelegte Gesetzentwurf enthält einige Fortschritte, muss aber nachgebessert werden. Insbesondere muss gewährleistet sein, dass der Regionalverkehr nicht unter den Plänen leidet“, erklärte der Minister im Vorfeld des Treffens.

Es habe bereits eine Reihe von Veränderungen gegeben, die Rheinland-Pfalz begrüße. „Um die Netzqualität zu sichern, wird das Instrument der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung eingeführt. Das ist neu und gegenüber dem bisherigen Zustand bereits eine Verbesserung. Notwendig ist eine aussagekräftige Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung mit Sollvorgaben und wirksamen Sanktionsmechanismen, wenn die DB AG die Qualität des Netzes vernachlässigen würde. Dabei muss die Qualität nicht nur im bundesweiten Durchschnitt, sondern auch für einzelne regionale Netze gewährleistet werden“, forderte Minister Hering.
„Wir sehen auch das Risiko, dass die Länderhaushalte zunehmend zur Finanzierung des Nahverkehrs herangezogen werden. Wenn die Preise für die Nutzung der Schienenwege und Stationen auf Druck der privaten Kapitalgeber steigen, die Bundeszuschüsse für den Nahverkehr aber gleich bleiben oder sogar - wie geschehen - deutlich gekürzt werden, entstehen massive Belastungen für die Landeshaushalte oder es müssen Leistungen abbestellt, im schlimmsten Fall sogar Strecken stillgelegt werden. Das darf nicht sein. Regionale und weniger stark ausgelastete Strecken in der Fläche dürfen der Privatisierung am Ende nicht zum Opfer fallen“, unterstrich Hering.
Trassen- und Stationspreise dürften daher allenfalls in dem Umfang steigen, in dem zusätzliche Regionalisierungsmittel vom Bund zur Verfügung gestellt werden. Außerdem müsse der Bund eine mindestens gleich bleibende Höhe seines finanziellen Engagements bei der Infrastruktur über einen längeren Zeitraum sicherstellen. Von den Mitteln müssten mindestens 20 Prozent für Erhaltungs- und Ausbauinvestitionen des Nahverkehrs Verwendung finden.
Aus rheinland-pfälzischer Sicht müsse schließlich auch klar sein, dass der Bund nicht nur eine Allgemeinwohlverantwortung für seine Infrastruktur, sondern auch für die Verkehrsangebote seiner Eisenbahn im Fern- und Güterverkehr habe. Es könne zum Beispiel nicht hingenommen werden, dass immer weniger IC-Züge durch das Moseltal oder kaum noch ICE-Züge über die Neubaustrecke von Köln nach Mainz und weiter nach Mannheim fahren.
Hering begrüßte allerdings, dass die Position der Bundesnetzagentur bei der Kontrolle der Diskriminierungsfreiheit - z.B. durch die Einrichtung besonderer Beschlusskammern für Wettbewerbsstreitigkeiten beim Netzzugang - gestärkt werde. Dies wirke der Monopolstellung der DB AG beim Netzbetrieb entgegen und verbessere die Wettbewerbsbedingungen für andere Eisenbahnunternehmen auf der Schiene.
„Insgesamt bin ich optimistisch, dass Bund und Länder eine tragfähige Lösung finden werden, so dass der Gesetzentwurf in diesem Jahr verabschiedet werden kann. Rheinland-Pfalz setzt auf Nachbesserungen, das ist unsere Linie für die Verkehrsministerkonferenz“, fasste der Minister zusammen.

 
 

Homepage SPD Westerwald - Die Partei für die Menschen unserer Heimat

Aktuelles aus der Heimat

Aus aller Welt

30.03.2026 18:07 Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken
Eine verlängerte Nutzung von Kohlekraftwerken nach 2038 wäre weder notwendig noch sinnvoll Die Erneuerbaren sind die sauberste, sicherste und kostengünstigste Form der Erzeugung.  Es bedarf allerdings nun auch des entschlossenen Willens der Koalition und der federführenden Bundeswirtschaftsministerin, die gesetzlichen Hebel weiter auf eine systemische Umstellung zur Nutzung Erneuerbarer Energien zu stellen. „Eine verlängerte Nutzung von… Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken weiterlesen

25.03.2026 17:51 Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm
67 Maßnahmen, sieben Ministerien, ein Klimaschutzprogramm Die aktuelle Weltlage mit Konflikten, die sich massiv auf unsere Energieversorgung auswirken, zeigt eindeutig: Wir müssen schnell unabhängig von fossilen Energieträgern werden. Das heute von Bundesumweltminister Carsten Schneider vorgelegte Klimaschutzprogramm zeigt einen fairen Weg zur Erreichung der Klimaziele 2030 sowie für mehr Versorgungssicherheit auf. „Dieses Klimaschutzprogramm ist für die… Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm weiterlesen

25.03.2026 17:50 Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts
Ich begrüße die Impulse von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil ausdrücklich. Deutschland steht an einem Wendepunkt. Wir brauchen ein neues Wirtschaftsmodell: eines, das konsequent auf Innovation setzt, technologische Führerschaft ermöglicht und zugleich dafür sorgt, dass Wohlstand in der Breite der Gesellschaft ankommt. „Innovation und Gerechtigkeit sind die Grundlage für nachhaltiges Wachstum und breiten Wohlstand in Deutschland. Deshalb… Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts weiterlesen

11.02.2026 21:41 Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz
Barrierefreiheit nützt uns allen Die Bundesregierung treibt die Barrierefreiheit voran: Das Kabinett hat am Mittwoch eine Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes auf den Weg gebracht. SPD-Fraktionsvizin Dagmar Schmidt spricht von einem wichtigen Schritt. „Der Gesetzentwurf zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes bedeutet einen wichtigen Schritt hin zu einer inklusiveren Gesellschaft. Er stärkt die Rechte von Menschen mit Behinderungen und… Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz weiterlesen

11.02.2026 21:39 Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus
Rekord im Tourismus – Strategie, gute Arbeit und verlässliche Politik zahlen sich aus Stefan Zierke, tourismuspolitischer Sprecher: Der Deutschlandtourismus erreicht mit 497,5 Millionen Gästeübernachtungen einen neuen Rekord. Klare Strategie, engagierte Beschäftigte und verlässliche Politik sorgen für Wachstum, stärken die Betriebe und sichern gute Arbeit – für einen wirtschaftlich starken, sozial gerechten und nachhaltigen Tourismus in allen… Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus weiterlesen

Ein Service von websozis.info